RUNDFUNK-BERICHTE

Zeitschrift für den Wirtschaftsbereich Hörfunk und Fernsehen

1, 2, 3 oder vier spiel mit mir!

Dieser Titel hätte es sich in sich, so er tatsächlich der Name der ZDF-Sendung „1, 2 oder 3“ wäre, der Quizsendung für Kinder, auf die das ZDF mit großem Stolz seit 33 Jahren mit über 700 Folgen und einer sich immer wieder erneuernden, jungen Zuschauergemeinde zurückblicken kann.

Nach Michael Schanze, der unbestreitbar hervorragend die Sendereihe 1977 mitprägte, übernahm nach seinem Ausscheiden Birgit Lechtermann 1985 die Moderation der Sendung. Danach folgte 1995 Gregor Steinbrenner, und ab 2005 bis zu diesem Jahr moderierte Daniel Fischer diese Kinder-Quizsendung. Auf der Suche nach einem Nachfolger fiel, nach entsprechenden Probeauf- nahmen, die Wahl auf Elton (Alexander Duszat), bekannt sowohl mit eigenen Sendungen wie auch als Showpraktikant bei TV Total.

Mit Beginn der neuen Moderation sollen künftig statt sieben nur noch fünf Fragen gestellt werden. Die Kinder, jeweils aus der vierten oder fünften Klasse, stellen selber eine Frage. Eine Kindergruppe kommt aus Österreich, eine aus Deutschland und die dritte wird mit Kindern aus dem Ausland besetzt, die über das Goethe-Institut vermittelt werden.

Auffallend ist nun, dass in dieser Sendung und seit 33 Jahren immer nur solche Kinder mitspielen, die gesund sind. Bisher wurden offenbar behinderte Kinder aussortiert. Ein Blick in die Schulen unserer Tage zeigt, dass dort verstärkt Klassen eingerichtet werden, in denen gesunde und behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Mit dieser Inklusion, die verständlicherweise mit einer höheren Personalzuweisung verbunden ist, setzen die Gemeinden, zögerlich zwar, die Erklärung von Salamanca um, die auf der UNESCO-Weltkonferenz „Pädagogik für besondere Bedürfnisse Zugang und Qualität“ 1994 auch von der Bundesregierung abgegeben wurde.

Die Zurückweisung behinderter Kinder enttäuscht Pädagogen und schmerzt ihre Eltern, die ein gemeinsames Interesse daran besitzen, dass die behinderten Kinder von anderen Kindern angenommen, in einer Gemeinschaft aufgenommen werden und sie erleben können. Auf der besagten Pressekonferenz lautete die Antwort auf die Frage, ob das ZDF daran denke, künftig auch behinderte Kinder mit in die Spielgruppen aufzunehmen: die sportlichen Ansprüche widerstünden dem. Also nein! Es wäre nachdenkens- und anerkennenwert, Möglichkeiten zu finden, auch behinderte Kinder in die Spielgruppen einzubringen.

Abschließend ist noch festzustellen, dass Elton unausgesprochen die guten Wünsche und eine glückliche Hand für die Moderation des Kinderquiz von den anwesenden Journalisten mit auf den Weg gegeben wurde. War diese ZDF-Sendung doch noch bei allen in eigener guter Erinnerung und Elton ihnen dazu noch als sympathische Wonne-Kugel bestens bekannt.