RUNDFUNK-BERICHTE

Zeitschrift für den Wirtschaftsbereich Hörfunk und Fernsehen

  • Ressourcenverschwendung
     
  • Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen stellte am 22.08.2011 in Köln eine zwei-teilige Dokumentation zu den Anschlägen vom 11. September 2001 in Amerika vor. Seine Reise durch die Welt, begleitet von Souad Mekhennet, führte ihn mit vielen Zeitzeugen, ehemals amtierenden Politikern, zusammen und eröffnete ihm den Einblick in zahlreiche bislang geheime Dokumente. Teil 1 der Dokumentation „Angst“ wird am 1.09.2011 um 22:15 Uhr, Teil 2 mit dem Titel „Krieg“ wird am 2.09.2011 um 23:30 Uhr ausgestrahlt. Die Zuschauer dürfen zwei interessante Geschichtsstunden erwarten.
     
  • Als auf der Pressekonferenz die Sprache auf den Schleiertanz unserer Politiker zum Wort „Krieg“ in Afghanistan kam, ließ ein Hinweis Theveßens aufhorchen. Er machte mit diesem Hinweis noch einmal die erschreckend beschämende und gleichzeitig gefährliche Haltung führender deutscher Politiker zu den beiden Konflikten Libyen und Afghanistan deutlich. So hätten in Afghanistan stationierte Soldaten berichtet, dass sie zur „Feindbeobachtung“ – die Neuroleptika liegen für unsere Politiker in Griff-nähe – mit Fesselballonen weite Teile der Areale beobachten könnten. Stellten sie bei ihren Beobachtungen fest, dass mehrere Personen damit beschäftigt seien, eine Sprengfalle aufzubauen, müssten sie sich durch einen außerhalb des Kriegsgebietes sitzenden Juristen der Bundesregierung die Genehmigung einholen, ob sie die Vorarbeiten zu der Sprengfalle zerstören könnten. Aus den weit entfernten in friedlicher Umgebung eingerichteten Büros kämen dann die Bedenken, dass möglicher-weise zivile Opfer zu beklagen seien, wohlgemerkt der Feinde, die beim Bau einer Sprengfalle beobachtet wurden. Schon ein Laie erkennt das Maß an Absurdität, wenn die Bundesregierung dem Militär in Afghanistan vorgibt, dass bei Gefahrensituationen, vielleicht bei Feindberührung oder sogar bei Kampfhandlungen Juristen zu entscheiden hätten, wie dieser Krieg zu führen sei.
     
  • Bereits einmal (vgl. R-B 07-01-11) wurde mit Beiträgen von Universitätsprofessor Otto Depenheuer, Generalbundesanwältin Monika Harms, Barbara Havliza, Vorsitzende Richterin des 1. und 5. Straf-senats des Oberlandesgerichts Düsseldorf, Ottmar Breidling, Vorsitzender Richter des 6. Strafsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf und Guido Steinberg, Stiftung Wissenschaft und Politik, Deut-sches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin dargestellt, wie die Bundesregierung die Sicherheit der Bevölkerung der Bundesrepublik, offenbar bedingt durch eine medizinisch nicht heilbare Ideologiestarre vernachlässigt.
     
  • Bei den vielen Fehlleistungen, die sowohl der Frau Bundeskanzlerin wie auch anderen Ministern der gegenwärtigen Bundesregierung vorgeworfen wird ist zu fragen, warum sie sich nicht regelmäßig mit ihren Amtsvorgängern ausgetauscht, ihre Meinung erfragt haben; denn der Verzicht auf deren Lebens-erfahrung und ihre beruflichen Kenntnisse ist doch wohl ganz offensichtlich. Es darf als sicher gelten, wenn sie denn gefragt würden, stünden Helmut Kohl und auch Gerhard Schröder mit ihrem Erfahrungsschatz der Bundeskanzlerin zur Seite, der hoch präsente Hans-Dietrich Genscher und wahrscheinlich auch Joschka Fischer dem Bundesaußenminister. Die Erfahrungen früherer hochran-giger Amtsträger ist aber ganz offensichtlich bei unseren Nachwuchspolitikern und anderen Laien-darstellern nicht gefragt, zum Nachteil unseres Staates. Mit ihrer Verweigerungshaltung vergeuden sie wertvollste Ressourcen zum Nachteil unseres Gemeinwesens.